Presse FF Klossa
Kreis Wittenberg
Nachwuchssuche schwierig
VON EVELYN JOCHADE, 22.02.12, 20:37h, aktualisiert 22.02.12, 21:32h
KLOSSA/MZ. Noch einmal ließen die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Klossa in ihrer Jahreshauptversammlung das Jahr 2011 Revue passieren. 3,10 Meter erreichte das Hochwasser der Schwarzen Elster im Januar, welches gemeinsam mit Einsatzkräften aus Elster und Wittenberg sowie den Kameraden aus Seyda, Lindwerder, Naundorf und Linda bekämpft wurde. Sie alle, einschließlich des Technischen Hilfswerkes (THW), wurden von den Klossaern zu einer Dankeschönveranstaltung am Pfingstsamstag eingeladen.
Auch 2011 bekamen die Klossaer es nicht mit einem Brand zu tun, worüber sie "froh und dankbar sind". Gerade deshalb sehen sie es aber als notwendig an, die Einsatzbereitschaft hoch zu halten und durch Übungen sowie Aus- und Weiterbildungen zu vervollkommnen. Denn schon morgen kann der Rote Hahn zuschlagen, dessen sind sich die Kameraden stets bewusst.

Egbert Uhde (re.) ehrt Dieter Gronewold für 40 Jahre Mitgliedschaft in der Löschtruppe. (FOTO: JOCHADE)
Es ist schwer, Neue zu finden
Die Wehr, deren Entstehung im Beitrag einer alten Zeitung auf 1871 datiert wurde, hat heute zwölf aktive Kameraden und zwei in der Altersabteilung. Für Egbert Uhde und seine Mitstreiter ist klar, dass das Überleben als selbstständige Wehr auch von der Rekrutierung neuer, vor allem jüngerer Mitglieder abhängt. Doch das sei, so der Wehrleiter, sehr schwer. Punkten können die Kameraden dabei allerdings nicht nur mit einer guten Ausbildung, körperlicher Fitness und hohem Ansehen im Dorf, sondern auch mit einem großen Zusammenhalt. Zum Jahresprogramm gehören nicht nur Schulungen, Beiträge zu Dorffesten und natürlich Einsätze, sondern auch gemeinsame Ausflüge zu kulturell bedeutsamen und interessanten Stätten. So haben sie auf dem Flughafen Leipzig-Halle hinter die Kulissen geschaut, im vergangenen April in Halle die Halloren-Schokoladenfabrik besucht und im Landesmuseum für Ur- und Frühgeschichte das Original der Himmelsscheibe angesehen. Auch die für Mai 2012 geplante Fahrt nach Potsdam wird die Truppe noch mehr zusammenschweißen und den Gemeinschaftssinn fördern.
Egbert Uhde konnte dem Brandmeister Dieter Gronewold die Ehrennadel für 40 Jahre Mitgliedschaft anstecken. Michael Putensen bekam sie für seine über 30 Jahre anhaltende Treue zu den Floriansjüngern. Besprochen wurden ebenso die anstehenden Höhepunkte im Jahr 2012. Der nächste geplante findet am 4. März statt und wird der bereits achte Brückenschlag über die Schwarze Elster nach Mönchenhöfe. War es im vergangenen Jahr zu diesem Termin lausig kalt, so hoffen die Klossaer (und sicher auch die Mönchenhöfer) diesmal auf wärmeres Wetter. Keinesfalls wollen sie auf der zugefrorenen Elster sich gegenseitig besuchen können. Besonders soll diesen Tag auch die Anwesenheit von Fritz Herforth machen. Der über 80-Jährige, der heute in München lebt, hatte als Lehrling 1953 am Bau der "Brücke der Freundschaft", wie die Verbindung genannt wurde, mitgearbeitet. Noch heute bedauert er deren Abriss 1969. Ein von ihm geschaffenes Modell des Übergangs ist im Gemeinschaftshaus des Dorfes zu besichtigen.
Ausrücken mit Handdruckspritze
Neben der Absicherung des Osterfeuers am 7. April und der Unterstützung des Pferdetages am Pfingstsonntag freuen sich die Klossaer auf die Wettkämpfe im Juni in Kleindröben. Dorthin wollen sie ihre alte Handdruckspritze aus dem Jahr 1872 mitnehmen und so für Aufsehen sorgen. Wichtig erscheint den Kameraden auch ein Termin im Oktober. Die gemeinsame Ausbildung für den Bereich Ost in Holzdorf fördert nicht nur die Kameradschaft unter den Wehren aus Holzdorf, Schweinitz, Mügeln, Reicho, Buschkuhnsdorf, Neuerstadt, sowie Klein- und Großkorga, sondern erlaubt ihnen auch Fahrzeuge und Technik gegenseitig besser kennen zu lernen. Letzteres eine ganz aktuelle Aufgabe in der Klossaer Versammlung. Vier Sprechfunkgeräte hatte Egbert Uhde für seine Truppe erhalten und durfte nun den Anwesenden ihre Funktion erläutern.
Quelle: www.mz-web.de
Feuerwehren und Bürger aus dem Raum Annaburg sammeln 850 Euro für vom Einbruch betroffene DLRG-Ortsgruppe
"Selbstverständlichkeit, dass wir jetzt auch den Zerbstern helfen"
21.11.2011 05:33 Uhr
Zerbst l "Unser Kamerad Olaf Roik hatte im Radio gehört, dass in der Nacht zum 14. Oktober in den Zerbster Räumen der DLRG-Ortsgruppe Zerbst/Roßlau eingebrochen, gestohlen und randaliert wurde", erzählt Georg Cieplik, Ortswehrleiter der Freiwilligen Feuerwehr von Premsendorf, einem Ortsteil der Stadt Annaburg.

Mike Kuhrmann und Georg Cieplik, Ortswehrleiter in Kremitz und Premsendorf (v.r.), übergaben Spendengelder an Jürgen Schollbach, Frank Hebenstreit und Frank Striebing von der DLRG (v.l.). | Foto: H. Rohm
"Da müssen wir doch helfen", war die Idee von Olaf Roik. Er beriet sich mit einigen Kameraden und informierte die Ortswehren von Klossa, Mönchenhöfe, Löben, Premsendorf und Kremitz (Ortsteil von Jessen). Sammlungen unter den Kameraden der Wehren wurden ins Leben gerufen. Die Kremnitzer und Premsendorfer Kameraden haben die Bevölkerung ihrer Gemeinden mit einbezogen.
"Die Zerbster hatten uns zweimal bei schlimmer Hochwassergefahr der Schwarzen Elster geholfen. Ohne ihre Boote wären wir in sehr große Schwierigkeiten gekommen", erinnert Mike Kuhrmann, Ortswehrleiter der Freiwilligen Feuerwehr Kremnitz. Einige Bereiche der betroffenen Orte konnten damals mit Kraftfahrzeugen nicht mehr erreicht werden.
"Wir waren im September/Oktober 2010 für drei Tage und im Januar/Februar 2011 noch einmal vier Tage in dieser Region zur Sicherung der gefährdeten Deiche im Einsatz. Mit 20 Kameraden sowie mit unserer Technik haben wir die dortigen Kräfte unterstützt", so Frank Hebenstreit, Vorsitzender der DLRG-Ortsgruppe Zerbst/Roßlau.
Für die Kameraden aus den damals gefährdeten Orten sei es "nun eine Selbstverständlichkeit, den Zerbstern zu helfen", so Frank Busse aus Premsendorf und Mike Schwenke aus Mönchenhofe.
Insgesamt 850 Euro kamen bei den Sammlungen zusammen, die am Sonnabend, verbunden mit nochmaligem Dank, übergeben wurden. Die DLRG-Mitglieder der Ortsgruppe Zerbst/Roßlau waren überrascht und erfreut, "dass uns soviel Dankbarkeit zurückgegeben wird", findet Frank Striebing. Denn Dankbarkeit an sich und noch dazu verbunden mit solcher ansehnlichen finanziellen Unterstützung sei leider nicht immer die Normalität.
Nach abschließender Klärung der versicherungstechnischen Fragen, so Frank Hebenstreit, "wird das Geld insbesondere für die teilweise Wiederbeschaffung der gestohlenen und zerstörten persönlichen Dinge unserer Kameraden verwendet".
Quelle: www.volksstimme.de
09.03.2011
Nach Brieflektüre noch einmal richtig aufgedreht
BRÜCKENSCHLAG Mit einer gemeinsamen Aktion erinnern Klossaer und Mönchenhöfer daran, dass sie sich ein Bauwerk über die Schwarze Elster wünschen.
Nach Brieflektüre noch einmal richtig aufgedreht
VON EVELYN JOCHADE
KLOSSA/MÖNCHENHÖFE/MZ - Bereits zum achten Mal versammelten sich am Sonntag Klossaer und Mönchenhöfer Feuerwehrkameraden an den Fragmenten der ehemaligen Brücke, um an die schöne Zeit zu erinnern, als die Kinder von Klossa noch im Nachbardorf die Schule besuchten und große Feste stets gemeinsam gefeiert wurden. Dass das wieder mal so wird, dafür setzen sich beidseitig der Schwarzen Elster viele Bürger ein. Vornweg die freiwilligen Feuerwehren der beiden Orte, die zur Stadt Jessen gehören. Wegen klammer Kasse können sie dabei kaum auf die Kommune hoffen. Deshalb haben sie als Zeichen der Verbundenheit vor inzwischen acht Jahren diesen symbolischen "Brückenschlag" erfunden. Als Floriansjünger zelebrieren sie den selbstverständlich mit dem Wasser aus der Elster. Die trennt zwar in einer Breite von rund 15 Metern das Klossaer vom Mönchenhöfer Ufer, aber die Menschen hier und da, die sich manchmal, wie die besungenen Königskinder fühlen, wollen das nicht auf Dauer hinnehmen. So sind die selbst von der Bundesstraße 187 zu sehenden Wasserstrahle auch eine Mahnung an die Verantwortlichen, den ersehnten Elsterübergang nicht aus den Augen zu verlieren.
Quelle: www.mz-web.de


Quelle: MZ vom 09.03.2010
Per Schlauchboot zum Festplatz - Feuerwehren absolvieren bei Klossaer Feiertagen einen ungewöhnlichen Vergleich (Von unserem Mitarbeiter Andreas Richter)
Klossa/MZ. Manchmal kommt es anders als man denkt. Diese alte Volksweisheit erfuhr am vergangenen Wochenende in Klossa ihre erneute Bestätigung. Denn wer am Sonnabend dachte, dass der Gastgeber beim Wettstreit der Wehren im Rahmen des diesjährigen Dorffestes wohl sicher auf Platz eins landen würde und der Titelverteidiger aus Purzien keine Chance auf den Sieg nach den bis zu diesem Punkt des Wettkampfes vorgelegten Zeiten haben würde, musste einsehen, dass man leicht irren kann. Aber der Reihe nach.Nachdem die Jahre, in denen zu Klossas Dorffest Pferde oder Rasentraktoren im Mittelpunkt standen, vorüber sind, bemühen sich Heimatverein und Feuerwehr stets aufs Neue um publikumsträchtige Programmpunkte. Aufgrund bisheriger guter Erfahrungen beim Ausrichten spezieller Feuerwehrwettkämpfe sollte auch diesmal dieser Part einer der Höhepunkte werden. Dazu wurden Gastwehren aus Schweinitz, Purzien, Löben, und Mönchenhöfe eingeladen. Für alle galt es zunächst, den Wettkampfplatz per Schlauchboot zu erreichen, um dann nach der Installation der Technik einen Ball mittels Wasserstrahl in einem markierten Torbereich zu bekommen.Klingt nicht allzu schwer, war aber komplizierter als angenommen. Das bewiesen die Gastgeber, die fairerweise als Erste starteten. Und erfahren mussten, dass ein möglicher Heimvorteil ungenutzt bleiben kann. Mit über drei Minuten erreichte Klossa in der Endabrechnung sogar nur den letzten Platz.Mit über zwei Minuten waren die Gäste aus Mönchenhöfe und Schweinitz zwar schneller, aber mehr als die Plätze drei und vier waren damit auch nicht zu holen. Löben schien hingegen nach seinem Lauf als sicherer Sieger. Nach 1:39,75 Minuten war der Ball im Ziel. Schneller könne auch Purzien nicht mehr sein, waren sich beinahe alle einig. Doch der Titelverteidiger dachte gar nicht daran, sich geschlagen zu geben. Ruck, zuck war der Ball über die Ziellinie gebracht. Mit 1:17,56 deklassierte er die Konkurrenz deutlich. Ein Fass Bier, welches mit den anderen geteilt wurde, war Lohn der Mühen.
Gerätewart ist seit 40 Jahren dabei

Bild Kam.Wiese Ehrung
KLOSSA/MZ - Bei der traditionellen Weihnachtsfeier wartete auf den Gerätewart der Klossaer freiwilligen Feuerwehr, Lothar Wiese (links), eine Überraschung. Sein Wehrleiter Egbert Uhde fragte ihn, welche Bedeutung für ihn das Datum 1. Dezember 1968 habe. "Ich habe nichts angestellt", kam eine entschuldigende Antwort. Und doch, an diesem Tag wurde er nämlich Mitglied der Feuerwehr. Deshalb bekam er eine Ehrenurkunde, einen Anstecker für die Uniform und einen Blumenstrauß.
Die Klossaer Wehr ist eine relativ kleine, zählt derzeit 13 Mitglieder (fünf Frauen und acht Männer). Vier ehemalige Aktive bilden die Altersabteilung. Der Älteste ist mit 76 Jahren Erich Globig, die jüngste Jenny Katze (39). Zum Einsatz komme die Wehr nur im Ort, so deren Leiter. Deshalb habe sie auch nur einen Tragkraftspritzenanhänger. Diese bekommt eine neues Fahrgestell und kann dann mit Pkw bewegt werden. In diesem Jahr wurde er bislang nicht benötigt und die Floriansjünger hoffen auch nicht, dass sie über die Festtage zum Einsatz kommen. Am Sonnabend wurde jedoch erst einmal gefeiert.
FOTO: BORIS CANJE
Boris Canje Redakteur Mitteldeutsche Zeitung
"Knoten-Schule" für Frauen JAHRESHAUPTVERSAMMLUNG Auf den Zusammenhalt wird großer Wert gelegt.

Bild Wehrleiter
KLOSSA/MZ/EJO - Wehrleiter Egbert Uhde ist sich, wie alle Mitglieder der Klossaer Feuerwehr bewusst, ohne die Zusammenarbeit mit dem Heimatverein des Ortes und allen interessierten Bürgern wäre die erfolgreiche Arbeit seiner Truppe kaum möglich. Genau auf diese Unterstützung zielte sein Dank in der Jahreshauptversammlung der Löschtruppe.
Nun könnte man meinen, eine solch kleine Einheit hätte kein großes Gewicht. Dass dem nicht so ist, legte Stadtwehrleiter Hans-Peter Schaefer mit wenigen Worten dar. Bereits durch seine Anwesenheit führt der Jessener diese Überlegung ad absurdum. Kleinere Wehren sind straff organisiert, hier kann sich noch jeder auf den anderen verlassen. Hans-Peter Schaefer lobte denn auch die Aktivitäten der Klossaer Kameraden und bedankte sich im Namen der Stadtwehrleitung für ihren Einsatz. Gottlob brachte das Jahr 2008 den Klossaern keinen Brand oder ähnlich Negatives. Dennoch musste die Wehr stets präsent sein und auf dem neuesten Stand. Aus diesem Grund wurde und wird der Ausbildung der Kameradinnen und Kameraden großer Stellenwert beigemessen. Schulungen zu verschiedenen Themen, so zum aktuellen Wegerecht und zu Sonderrechten sowie zum Arbeits- bzw. Atemschutz, zeigen dies. Bei den Bewährungsproben 2008, wie dem dritten Brückenschlag zwischen Mönchenhöfe und Klossa Anfang März, hatten viele Besucher Gelegenheit, sich von der Arbeit beider Wehren zu überzeugen. Die vielfältigen Aufgaben, darunter das Abpumpen der Brunnen, wurden zuverlässig durchgeführt, wobei es bei der Inspektion kaum Beanstandungen gegeben habe. Die Absicherung und Begleitung des Oster- und Herbstfeuers, die Teilnahme am Dorffest und am Heimatfest in Jessen sowie am Backofenfest der Mönchenhöfer mit ausgefallenen Wettkampfideen für die Feuerwehrleute rundeten das Jahr ab.
Es sei schon ein Glücksfall, betonte Stadtwehrleiter Hans-Peter Schaefer, dass Egbert Uhde auch hauptberuflich bei der Feuerwehr arbeitet. Daran könne man erkennen, wie eng er mit der Materie verbunden ist. Allerdings sei es keinesfalls so, dass zwangsläufig alle Hauptberuflichen auch in den freiwilligen Löschtruppen mitarbeiten. Für den so Gelobten schien das selbstverständlich zu sein. Der 40-Jährige ist derart mit der Feuerwehr verwachsen, dass er gern auch den Frauen in seiner Klossaer Mannschaft alles, was er weiß, beibringen möchte. Vor allem sein "Hobby", die Knoten, sollten sie beherrschen. Dabei, das bestätigten die Kameradinnen, ist er ein geduldiger Lehrer. "Er zeigt uns das in aller Ruhe 36-mal. Beim 37. Mal haben wir´s dann kapiert." Aber nicht nur wegen dieser Leistung wurde Egbert Uhde zum Oberlöschmeister befördert. Wilfried Globig, der ebenfalls der Wehr angehört und der als Vorsitzender des Heimatvereins vor allem die Verbindung der beiden Interessengemeinschaften hält, wurde von Hans-Peter Schaefer zum Hauptfeuerwehrmann ernannt.
Vor 625 Jahren wurde Klossa erstmals urkundlich erwähnt, das ist bekannt. Wie lange es im Dorf die Feuerwehr gibt, das liegt jedoch im Dunkeln, auch wenn dazu einige Zeitungsartikel aus den 30er Jahren des vorigen Jahrhunderts existieren. Vielleicht hat ein MZ-Leser da Informationen für die Klossaer Feuerwehr?
Wasserstrahlen und Bürgermeister trafen sich im Nebel
Tradition: Symbolischer Brückenschlag zwischen Klossa und Mönchenhöfe. Hoffnung auf Neubau einer Elsterquerung. Brettschneider trifft Wilthener Amtskollegen Herfort.
VON H.-DIETER KUNZE
KLOSSA/MÖNCHENHÖFE/MZ. Den traditionellen symbolischen Brückenschlag über die Schwarze Elster zwischen Klossa und Mönchenhöfe gab es am gestrigen Sonntag. Es war die sechste Veranstaltung dieser Art in Folge. Wie immer hatten sich auf beiden Uferseiten zahlreiche Schaulustige eingefunden, wärmten sich an Lagerfeuern und genossen Glühwein und Deftiges. Sie gaben wie die Bewohner beider Jessener Stadtteile ihrer Hoffnung Ausdruck, dass es bald wieder eine feste Querung über den Fluss geben wird. Die Wasserstrahlen aus den C-Rohren trafen sich wie immer über der Flussmitte. Allerdings waren die Bedingungen diesmal etwas anders. Die Schwarze Elster hatte einen relativ hohen Wasserstand, so dass die Pumpen auf den Dämmen aufgestellt werden mussten. Für die Kameraden beider freiwilligen Feuerwehren war das kein Problem, entsprechend lange Schläuche waren vorhanden. Dichter Nebel lag über dem Schauplatz des Geschehens er war zeitweise so dicht, dass man die aufeinander treffenden Strahlen nur mit Mühe erkennen konnte. Vor zwei Jahren sah das ganz anders aus. Es gab einen strahlend blauen Himmel, auf den die Wasserstrahlen einen schönen Regenbogen „zauberten“. Auch der „Fährverkehr“ mit einem Ruderboot war zunächst beeinträchtigt. Es herrschte eine ziemlich starke Strömung, außerdem musste erst ein längeres starkes Seil beschafft werden, das als Hilfe beim „Hinüberhangeln“ diente.
Auf Klossaer Seite gab es außerdem ein „kleines Gipfeltreffen“ zweier Stadtoberhäupter. Dietmar Brettschneider begrüßte seinen Amtskollegen Michael Herfort aus Wilthen. Er ist der Neffe von Friedrich Herfort, der 1953/1954 als Zimmermann am Bau der „Friedensbrücke“ über die Schwarze Elster beteiligt war. Auch diesmal war der jetzt in München lebende Pensionär beim Brückenschlag dabei. Im Juli 2007 hatte er ein Modell der ehemaligen Brücke mitgebracht. Diesmal war es eine Nachbildung der Bockwindmühle, deren Ruten sich einst in Klossa drehten. Die Mühle wurde rekonstruiert und steht seit Jahren in Werder an der Havel (die MZ berichtete). Die Übergabe erfolgte in der Gaststätte „Zum Dorfkrug“, die MZ berichtet darüber in einer der nächsten Ausgaben.
Jessens und Wilthens Stadtoberhaupt führten am Rande des Geschehens einen zwanglosen Erfahrungsaustausch über ihre Tätigkeit. Michael Herfort meinte, dass für den Neubau einer Brücke an dieser Stelle vielleicht Mittel aus dem Konjunkturpaket II zur Verbesserung der Infrastruktur verwendet werden könnten. Im Freistaat Sachsen seien diese Gelder beinahe vollständig verplant. Brettschneider winkte nur ab. Er glaube nicht daran, dass in Sachsen-Anhalt größere Summen davon in den Kommunen ankommen würden.
In einem anschließenden MZ-Gespräch sagte er jedoch, dass das Thema Brückenneubau zwischen Klossa und Mönchenhöfe keinesfalls in der Stadtverwaltung einer Schublade verstaube. Er kündigte eine Entscheidung darüber noch im nächsten halben Jahr an. So schlecht stünden die Chancen gar nicht. Denn die Stadt Jessen sei seit drei Jahren in einem Förderprogramm der Europäischen Union berücksichtigt. „Brücken verbinden Menschen, auch an dieser Stelle“, meinte Brettschneider.
Klossas Wehrleiter Egbert Uhde hörte das gern. Die symbolischen Brückenschläge seien zwar jedes Jahr ein Höhepunkt, aber: „Auf das kleine Jubiläum eines zehnten „Wasserstrahlenfestes“ könnten wir gern verzichten. Viel lieber würden wir Klossaer uns dann mit den Mönchenhöfern über der Flussmitte treffen.“
Quelle: www.mz-web.de
Quelle: Lausitzer Rundschau vom 23.09.1994